Haus Wilhelmshöhe

Sanierung eines Wohnhauses aus den 1930er-Jahren

Das Haus Wilhelmshöhe liegt auf einem Grundstück mit Blick über die Havel. Die Ausrichtung des Hauses, der bewusste Bezug zur umgebenden Landschaft und der Historie der 1930er Jahre prägen seinen Charakter und bilden einen wesentlichen Bestandteil der architektonischen Gestaltung. Im Rahmen einer umfassenden Sanierung wurde die ursprüngliche Formensprache des Hauses aufgegriffen und behutsam in eine zeitgemäße Wohnform überführt.

Die Gestaltung folgt einer durchgängigen Haltung, die sich in Proportionen, Materialien und Details gleichermaßen zeigt. Schlichte Türen im Charakter der Zeit, mit geätzten Glaseinsätzen in charakteristischer altdeutscher Raute, greifen die Gestaltungstradition des Hauses auf, ohne sie ornamental zu überhöhen. Neue Fenster mit klassischen Wiener Sprossen und farblich abgestimmte Fensterläden führen diese Sprache an der Fassade fort.

Ein zentrales Element der Neugestaltung ist die vollständig neu entwickelte Treppenanlage. Ihre elegant geschwungene Brüstung zieht sich durch das gesamte Haus und verbindet die Geschosse zu einer räumlichen Einheit. Als skulpturales Element prägt sie die innere Erschließung und verleiht dem Haus eine eigenständige gestalterische Dynamik.

Auch die Materialwahl trägt zur ruhigen, zugleich differenzierten Atmosphäre der Innenräume bei. Eichenparkett mit umlaufenden Friesen und einer dunklen Ader aus Räuchereiche strukturiert die Räume und verbindet traditionelle Handwerksanmutung mit zeitloser Gestaltung. Die wolkig gezeichnete Travertinbekleidung des Kamins setzt einen natürlichen Akzent. Maßgefertigte Einbauten aus Eiche und lackierten Oberflächen, ergänzt durch Schrankfronten mit Einsätzen aus Wiener Geflecht, führen die gestalterische Linie bis ins Detail fort.

Der neu aufgebaute Vorbau aus warmweiß lasiertem Holz bildet einen fließenden Übergang zwischen Innen- und Außenraum. Durch das Öffnen der beiden großformatigen Schiebefenster lässt sich der Wohnbereich weit zum Garten hin öffnen und der Außenraum unmittelbar in das Wohnen einbeziehen. Die Terrassen aus warmem Kalkstein umgeben das Haus auf allen Seiten und schaffen unterschiedliche Aufenthaltsbereiche – vom straßenseitigen Vorgarten bis zum Hauptgarten mit Bezug zur Havel.

Das Ergebnis ist ein stimmiges Zusammenspiel aus ursprünglichem Charakter, präzise abgestimmten Materialien und zeitgemäßer Gestaltung. Das Haus Wilhelmshöhe verbindet die architektonische Qualität der 1930er-Jahre mit modernem Wohnkomfort und stellt zugleich die besondere Verbindung von Haus, Garten und Landschaft wieder in den Mittelpunkt.

StandortBerlin
BauherrPrivat
Zeitraum2021-2026
Leistungsphasen1-8
BauvolumenBGF 508m2
VerfahrenDirektauftrag
TragwerkHHT Ingenieure
ArchitekturBüro Bonauer, Berlin
Markus Bonauer
TeamLukas de Pellegrin